Im Rahmen des Kirmesgottesdienstes am 13. September wurde ein Gedenkstein enthüllt, der direkt vor dem Pfarrhaus in Berga/Elster neben einem kleinen Apfelbäumchen steht. Er erinnert an Horst Prager, der lange Jahre im Gemeindekirchenrat aktiv war. Bekannt in Berga und Umgebung war der leider bereits Verstorbenene als „Apfelpapst“ (oder auch „Äppelpapst“). Zu seinen Hobbies zählte es, Apfelbäumchen zu veredeln, vor allem zu historischen, fast vergessenen Sorten. Seine Lieblingssorte war „Berlepsch“, auch Goldrenette genannt. Zur Enthüllung des Gedenksteins, der an sein segensreiches Wirken erinnert, zitierte ich unter Bezugnahme auf ein fälschlicherweise Luther zugeordnetes Apfelbäumchen-Bonmot den Dichter Gottfried Benn:
Was meinte Luther mit dem Apfelbaum?
Mir ist es gleich – auch Untergang ist Traum –
ich stehe hier in meinem Apfelgarten
und kann den Untergang getrost erwarten –
ich bin in Gott, der ausserhalb der Welt
noch manchen Trumpf in seinem Skatblatt hält –
wenn morgen früh die Welt zu Bruche geht,
ich bleibe ewig sein und sterne-stet –
meinte er das, der alte Biedermann
u. blickt noch einmal seine Käte an?
und trinkt noch einmal einen Humpen Bier
u. schläft, bis es beginnt – frühmorgens vier?
Dann war er wirklich ein sehr grosser Mann,
den man auch heute nur bewundern kann.
(G. Benn, 1950)
Ihr Pfr. Arne Tesdorff



